Berichte von 09/2014

Etappe 3 - Schnell, damit wir noch einen Platz in der Herberge kriegen!

30Sept2014

unsere kleine Unterkunft in ErroGärten bei Erro

Der Weg führte uns heute vorbei an Gärten über Hügel und durch moosbewucherte Wälder nach Zubiri, zugegeben nicht dem schönsten Fleckchen, aber einer gute Station auf dem längeren Weg nach Pamplona. Gruselig: auf allen Etappen kamen wir immer mal wieder an Gräbern vorbei, an denen wohl Pilger ihr Leben gelassen haben. Schaut man manchen funktionsgekleideten Stockschwingern beim Hetzen nach, wundert das leider nicht. Endlich auch mal etwas mehr Zeit um patatas, rabas und cerveza zu genießen! 

[Tip: Pilger, achte auf das Verfallsdatum beim Einkauf in kleinen Dorfläden!]

Etappe 2 - lieber mal eine ruhige Kugel schieben, Sisyphos!

29Sept2014

In Roncesvalles gibt es nicht viel - eine Bar, ein Hotel und ein sehr großes Kloster. Erst kürzlich renoviert und tipptopp organisiert bietet es mehreren hundert Pilgern eine Nacht der Erholung. Aber nicht zu lange - um 8 Uhr morgens spätestens werden alle wieder herausgefegt!

Hier in Spanien geht es sich schon wieder viel gemütlicher. Der Weg führt vorbei an saftigen Wiesen, auf denen Pferde, Kühe und Schafe grasen, durch kühle Wälder und kleine verträumte Ortschaften. Aber man hat sich durchaus daran gewöhnt, dass morgens immer Grüppchen durch die Straßen wandern und bietet diesen gerne Kaffee, Kuchen und Sitzgelegenheiten feil. In Erro nehmen wir das Angebot an und beenden den Tag nach immerhin guten 14 Kilometern (manche gehen durchaus noch weiter...).

Etappe 1 - im Frühtau zu Berge

27Sept2014

Früh um 7:30Uhr hieß es für alle die bequemen Betten zu verlassen und sich von nun an von den gelben Pfeilen am Boden und den Muschelzeichen leiten zu lassen. Den Weg verfehlen konnten wir kaum - vor und hinter uns waren (anfangs) ja auch stets andere Wanderer zu sehen. Frei geschätzt haben sich bestimmt über hundert auf den Weg gemacht.

Der Anstieg beginnt nach kurzer Zeit bereits sehr steil zu werden. Geht es erst über Asphaltstraßen, sind es manchmal auch nur steinige Wege. Bald setzt kurzzeitig etwas Regen ein...

Bereits die ersten 8 Kilometer bis zum letzten Unterschlupf sind durchaus sehr mühsam. Dafür werden wir aber stets mit einer wunderbaren Aussicht über den bereits geschafften Weg belohnt.

Je höher wir steigen, desto windiger wird es, hier bieten keine Bäume mehr Schutz. Die Hügel hier nannten wir die Schafberge, denn dies sind die einzigen, aber frei herumlaufenden Bewohner. 

Kurz vor dem ersten, zu überwindendem Pass sind wir schon ganz schön kaputt. Die ersten Blasen sind gelaufen, Schultern schmerzen vom Tragen, Finger kribbeln und Muskeln tun weh, von denen wir gar nicht wussten, dass wir sie haben. Entlang der spanisch-französischen Grenze geht es sich aber recht angenehm.

Nach fast sieben Stunden, an den ersten am Boden liegenden vorbei, war der letzte und höchste Pass überwunden, von nun an ging es wieder bergab. Aber wie! Unbarmherzig steil durch einen Wald. 
 

Und es zog sich und zog sich dahin, 4 Kilometer bergab sollten doch leicht sein... Und dann, nach neunanhalb Stunden ist das rettende Ende in Sicht: das Kloster Roncesvalles.

Nun sind wir Pilger! - St. Jean-Pied-de-Port

27Sept2014

... Es sollten nicht die einzigen Pilger bleiben, die wir sehen werden. Das kleine malerische Städtchen ist nicht nur Anlaufpunkt für touristische Reisende, sondern, da Ausgangspunkt des sogenannten französischen Weges, ganz auf Pilger eingestellt. In einer Gasse reiht sich Herberge an Herberge. Bei unserer Rückkehr von einem Stadtbummels waren die Bürgersteige hier bereits hochgeklappt, alles leer und ruhig - sogar die meisten Pilger lagen schon erwartungsvoll im Bett... Mit Licht aus um 20:30 Uhr!

Die Anspannung aller war morgens beim Frühstück richtig spürbar, da es für die meisten die erste Etappe ist und allseits bekannt ist, dass nach Kilometer 8 sich die letzte Unterkunft vor weiteren 21km über die Pyrenäen bietet. Unser Reiseführer nennt das auch nur 'aus sportmedizinischer Sicht nicht sehr sinnvoll'...

'ongi etorri' in Bayonne

26Sept2014

Bayonne blieb doch nur eine kleine Zwischenstation auf unserem Weg. Auf den kurzen Blick schien es hier recht mauschelig und wir hatten hier die erste Begegnung mit der baskischen Sprache. Zwar war bekannt, dass diese für sich alleine steht und nicht verwandt ist mit anderen europäischen Sprachfamilien, aber dass überhaupt gar nichts intuitiv verständlich ist, überraschte dann doch. Spannender war es dann aber doch nach St.Jean-Pied-de-Port weiterzureisen. Und tadaa, am Bahnhof die ersten anderen Pilger!


Warum eigentlich pilgern?

26Sept2014

Nur noch zwei Tage trennen uns von den verheißungsvollen Pyrenäen. Während unserer Reisevorbereitungen haben wir so viel gelesen und gehört, dass man gar nicht weiß, was man glauben soll und was nicht - Jeder hat noch einen kleinen Tipp, was ganz besonders wichtig sei. Es sind ganze Bücher darüber geschrieben worden, wie man den Weg am besten geht. Ja, vielleicht ist das Gepäck doch noch zu schwer, die Schuhe nicht perfekt gewählt, die Kleidung nicht funktionsfähig genug… Aber wenn andere das schaffen, dann schaffen wir das auch. Vor hundert Jahren war ja auch noch niemand mit extra-leichtem Mikrofaserhandtuch unterwegs (zwei der wenigen Dinge, die wir uns außer Regenponchos, leichten Schlafsäcken und ein paar Wanderschlappen für Mel extra angeschafft haben).

Warum eigentlich pilgern? Bisher sind wir wohl nicht als allzu enthusiastische Wanderfreunde aufgefallen oder ich habe auch nicht den Eindruck gehabt, wir müssten für etwas Buße leisten. Warum reihen wir uns dann ein in den Strom der Pilger? Angeblich wird es Jahr für Jahr beliebter, so dass in manchen Sommern in den vermeintlichen einsamen Gegenden Nordspaniens 100 Kilometer von Santiago de Compostela, die ein echter Pilger mindestens zu Fuß gegangen sein muss, wahre Völkerwanderungen stattfinden. Was die zahlreichen Berichten und Bücher, sogar Kerkelings damalige Reisebegleitung Anne hat mittlerweile ein Buch verfasst, gemeinsam haben: Es soll einfach unheimlich schön und die Strapazen wert sein. Und so wirklich reihen wir uns gar nicht ein, denn wir werden es nicht bis Santiago schaffen, das war auch so nie geplant. Elf Tage nehmen wir uns Zeit um die ersten sieben oder acht Etappen, den vermeintlich schönsten Abschnitt mit der Überquerung der Pyrenäen, zu schaffen.


Bereits die erste Etappe von St.Jean-Pied-de-Port nach Roncevalles ist von allen Seiten als die anstrengenste beschrieben, denn es heißt wohl erstmal steil bergauf. 27 Kilometer lang. Noch bin ich frohen Mutes, aber ich kann mir auch schon gut vorstellen zu fluchen, wer da diese blöden Berge in den Weg gestellt hat.

Paris ist viel zu überlaufen um romantisch zu sein

26Sept2014

Für die Daheimgebliebenen

25Sept2014

Vielleicht ist es etwas gemein, wenn wir immer nur so viele Bilder aus der Ferne zeigen, an dieser Stelle deshalb mal eine Weiterempfehlung an den Blog meiner Schwester: seesichten.de. Seit vielen Jahren zeichnet sie bei Gelegenheit Szenen aus ihrer Heimat, also dem Bodensee beziehungsweise Rostock. Teilweise haben es diese bereits zur Postkarte gebracht und sind damit vielleicht um die ganze Welt geschickt worden. Da kriege ich richtig Heimweh!

an der Loire II - les jardins du Château Chaumont

25Sept2014

Schloss Chaumont

Rund um das Schlösschen Chaumont wurde in dessen Parkanlagen eine sehenswerte Gartenausstellung angelegt. Sie besteht über mehrere Jahre, dieses Jahr waren die sieben Todsünden das Thema der einzelen Gärten. Seht selbst, kann man schon mal machen!

an der Loire I - Château Chambord

25Sept2014

Dank der Empfehlungen unseres Gastgebers Bernard hatten wir heute die Möglichkeit wahre Schätze an der Loire zu besichtigen: das Château de Chambord. Franz I. hat es sich als Jagdschlösschen bauen lassen - dabei hat es die Ausmaße bei weitem übertroffen. Bewohnt hat er es auch kaum, nur ein paar Tage insgesamt hat er hier sich aufgehalten. Das tut seiner Eleganz aber bei Weitem keinen Abbruch. Mehr als 400 Zimmer und Kamine, eine doppelte Wendeltreppe, eventuell von Da Vinci entworfen, und ein herrschaftlicher Ausblick auf den ummauerten Jagdpark machen den Besuch es wert.

 

Der Rentnermagnet ist nicht sonderlich gefüllt mit Inhalt, auch nicht komplett besichtbar. Das überrascht auch nicht, selbst zu Königs Zeiten mussten alle Möbel extra herangeschafft werden, sollte sich Besuch ankündigen.

Ein Streifzug durch Aubergny-sur-Nère

24Sept2014

Gemeinsam mit unserem Gastgeber Bernard stand heute ein kurzer Ausflug in das nahegelegene Aubergny-sur-Nère auf dem Plan. Das kleine Städtchen bietet alles, was man zum Glücklichsein braucht - guten Käse und eine Boulangerie und natürlich noch viel mehr. Auch die Stuarts waren davon so überzeugt, dass sie hier auch ein kleines Schlösschen gebaut haben.

Zu Gast in "La Licorderie" - traumhafte Idylle!

24Sept2014

Café-au-lait? Olé!

Nach den langen Tagen in Paris hätten wir es nicht besser treffen können, als es uns nach Oizon, zu meinem Onkel Bernard, verschlagen hat. Er wohnt hier mit Pferd Diva, blindem Hund Samos, den beiden Katzen Dali und Sisley und betreibt nebenbei auch zwei Gästezimmer

Küche mit Hund

Nachts funkeln die Sterne und zeigen sogar einen Hauch der Milchstraße. In der unglaublichen Ruhe hier schlafen wir so gut und fest wie lange nicht mehr. Dazu gibt's abends die tollsten Käse und einen Schluck erlesenen Wein, nur Uwis Jagd auf die hier heimischen Fasane, natürlich nur mit Fotoapparat, blieb bislang erfolglos. Am liebsten würden wir hier gar nicht mehr weg!

Kohlestift statt Kohlenrauch im Musée d'Orsay

23Sept2014

Paris hat unheimlich viel zu bieten. Nicht nur um einen Regenschauer zu entgehen sollte man einen Blick in das Musée d'Orsay werfen. Zwar ist es be weitem nicht so riesig wie der Louvre, aber unserer Meinung trotzdem schöner. Zu sehen sind in diesem elegant umgestalteten ehemaligen Bahnhof Werke mitunter von Van Gogh, Manet, Monet, Sisley... Dem Fotoverbot zum trotz hier ein paar heimliche Schüsse aus der Hüfte. 

Mona suchen im Louvre

23Sept2014

Den Louvre wollte ich schon lange besichtigen und es war riesig! Das hier ist ein Bild vom Louvre im Louvre. Als Attraktion schlechthin gilt ja das Bild der Mona Lisa, in Strömen ziehen sie dort hin und lassen dabei so viel anderes links liegen. Dabei gibt es hier tausende Bilder zu bestaunen. Hier einige Eindrücke aus dem Louvre:


Eingangshalle Mona und Uwi unser Hostel ....oder die Gemächer von Napoleon

Flaniert man an der Seine entlang, fallen jedem die unter dem Gewicht angebrachter Schlösser ächzenden Brücken auf, eine Tradition, der auch wir uns nicht verwehren wollten an der ponts du arts, gegenüber dem Institut français, mit seiner wunderschönen Bibliothek. Kaffee genießen im Viertel um den place de St.-Michel und abends eine Tour entlang der Champs-Élysées, am Arc de Triomphe vorbei bis hin zu ihrer Verlängerung La Défense, machten den Tag für uns komplett.


Institute francais da haben wir Aristoteles getroffen! St.-Michel Metro-Station ein paar Schlösser an der Brücke... La Defense

Über Nacht in Paris?

23Sept2014

An dieser Stelle nur zwei kurze Tipps, die wir lieber hätten nutzen sollen:

Da uns unser Hostel, das Friend's Hostel Paris, zwar unschlagbar günstig (günstiger als Zelten! :-) aber auch ... ähm ... nicht unbedingt weiterempfehlenswert erscheint, könnte man stattdessen einen Blick auf die Seiten von airbnb.com oder bedycasa.com werfen. So kann man auch in Paris, als ziemlich das ganze Jahr gut besuchte und daher in Übernachtungsfragen auch teure Hauptstadt, Unterbringungsmöglichkeiten nicht nur in Hotels und Herbergen, sondern auch bei privaten Personen, die ihre Ateliers oder Wohnungen nächteweise untervermieten, fündig werden. 

En visite à Paris!

22Sept2014

Auf zu neuen Abenteuern! Das Semester ist so gut wie vorbei, alle Prüfungen abgelegt, (fast) alle Hausarbeiten zu Ende geschrieben, endlich ist für uns mal wieder Zeit die Welt zu besichtigen. Über Paris, mit einem Abstecher zu Bernard, dem Mann der Tante Melanies, möchten wir einen Teil des Pilgerwegs nach Santiago de Compostela bestreiten und zum Schluss noch etwas Barcelona unsicher machen. Doch der Reihe nach. 

Da unsere Herberge ganz in der Nähe liegt, hieß es für uns zuerst einmal einen Cafe auf dem Montmartre trinken und die Sacré-Cœur besichtigen. Der Ausblick von dort über die Stadt ist fantastisch, die Gegend charmant und hübsch und glücklicherweise sind vormittags auch nicht so viele Touristen da. 

Im Pariser Zentrum angekommen war der erste Tag voller Eindrücke - am Eiffelturm hält der "Bato-Bus", ein Hop-On und -Off Boot mit 8 Stationen an den wichtigsten Plätzen an der Seine, den wir für ein paar Euro zwei Tage lang jederzeit nutzen können. Auf der kleinen Insel, der Île de la Cité, im Herzen Paris, auf der sich die Notre Dame befindet, kann man sich inmitten tausender Touris verlieren; die Kirche ist zwar wunderschön, aber die Atmosphäre leidet ein bißchen durch die Massenbewegungen. 


Bato-BusNotre DameNotre DameNotre Dame

Aus der Sehnsucht heraus wurden uns die Ohren ganz spitz, als wir hörten, in Paris gäbe es ein "China Town". In Hoffnung auf authentische Küche machten wir uns auf in Richtung des Place d'Italie, stellten aber fest, dass es hier zwar einige gute vietnamiesische Restaurants, die ausgezeichnete Pho-Suppen feilbieten, aber nachmittags leider keine geöffneten chinesischen Restaurants gibt. Immerhin konnten noch wir in einen nahegelegenen chinesischen Supermarkt Jiaotse erstehen und im Carrefour die Baguetteabteilung bewundern.  

super frische gute PhosuppeBaguetteauswahl im Supermarkt