Etappe 34: Mit Heidegger nach Arzua

07Okt2014

Melides Langweiligkeit hatte einen Vorteil: Hier war genug Ruhe um endlich auch die letzte, noch unfertige Hausarbeit zu Ende zu bringen. Drückt die Daumen, dass auch Uwis Auseinandersetzung mit Heideggers Interpretation der Metaphysik des Aristoteles gelungen ist. So glücklich über das Fertigstellen konnten die nächsten 15 Kilometer nach Arzua durch strömenden Regen nichts ausmachen. 

Die Fotos haben wir lieber nur in den kurzen Regenpausen aufgenommen. Denn es schüttete und schüttete! Kleine Gassen verwandelten sich in Sturzbäche, Regenponchos weichten durch und kein Fuß blieb mehr trocken. Wenn man mal den Blick hob, so boten sich vorallem saftig grüne Landschaften (kein Wunder bei dem Regen!) zwischen verträumten Dörfchen aus kleinen Steinhäusern, mit Gärten voller Äpfel, Birnen, Wein und Feigen.

Hatte ich den Regen schon erwähnt? In Arzua fielen wir dann erschöpft in der nächsten Herberge ein. In dieser Gegend sind stets in angenehmer Entfernung staatliche Herbergen. Für gerade mal 6 Euro pro Paar nasser Füße bieten diese, nennen wir es mal pilgergerechten, Komfort. Leider Müllproduzierenderweise gibt es für jeden ein hauchdünnes Wegschmeißlaken für die Matratze und eine schöne Küche, leider immer ohne Töpfe oder Pfannen (oder Teller oder ...). Wer alleine unterwegs ist, muss sich aber auch auf die Möglichkeit einstellen in den zu Doppelbetten zusammengeschobenen Etagenbetten einen schnarchenden Unbekannten neben sich finden zu müssen.

Ich möchte deshalb gerne von den Herbergen in Arzua und auch St Irene für einzelne Pilger abraten, das wäre mir wirklich viel zu eng. Für uns wars schön, mal ein Doppelbett in der Herberge. Warum allerdings die galizischen Herbergen riesige Küchen ohne Inventar haben, bleibt ein Rätsel. Im übrigen gibt es eigentlich überall Waschmaschinen und Trockner - da ist es fast besser keine, überall gegenwärtige, super Funktionskleidung zu haben, sondern normale Sachen, die man auch in Trockner werfen kann. 

Die Essensauswahl auf diesen letzten Etappen hat uns erstaunt: Es gibt überall: "Boccadillos". Das sind Brote mit Käse oder Schinken. Wer sich mal richtig was gönnen möchte, bekommt: Eier, Pommes und ein Stück Fleisch. Die Alternative: Gemischter Salat mit Thunfisch. Das ist wirklich alles, was man in den Bistros/Cafes/Restaurants bekommt.

Deshalb sollte man immer die Supermarktmöglichkeiten nutzen, ist viel besser.